Hotel Alpha

STORY 76: In der York’schen Wohnung (2005)

Es war eine Trickmünze. Zahl auf beiden Seiten. Die letzten drei Male, als er sie warf und Zahl sagte, waren also Betrug. Aber bei den ersten drei Würfen hat er wirklich jedes Mal richtig geraten. Er hat etwas gewagt und darauf vertraut, dreimal hintereinander zu gewinnen. Drei Fifty-fifty-Chancen hintereinander. Warum nicht? Er war schon immer ein verdammter Glückspilz. Tatsächlich hat es jedes Mal funktioniert. Und an dem Punkt konnte er dann sagen: »Du weißt ja, dass es keine Trickmünze ist, du hast sie mir schließlich gegeben.« Was auch stimmte, doch während er es sagte, tauschte er die echte gegen eine Trickmünze. Und nachdem er dreimal Zahl geworfen hatte, war Kathleen zu verwirrt, um Verdacht zu schöpfen.
Mit einer echten Münze hätte es nicht geklappt. Irgendwann wäre auch seine Glückssträhne zu Ende gegangen. Genauso wenig hätte es mit einer falschen funktioniert. Das hätte sie gemerkt. Aber indem er auf sein Glück vertraute, erarbeitete er sich eine Position, in der er auf Glück nicht mehr angewiesen war. Also stimmte seine Hauptbotschaft. Er selbst war seines Glückes Schmied. Je mehr man vom Universum verlangt, desto mehr gibt es einem, stellt er fest.


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